Noch vor kurzer Zeit hätten sich die KommentatorInnen der großen Zeitungen die gegenwärtigen Geschehnisse nicht einmal im Traum ausmahlen können. Die SteuerzahlerInnen der beiden größten beiden europäischen Staaten Deutschland und Frankreich sollen Griechenland aus der makroökonomischen Patsche helfen. Aber nein! Das Wort Makroökonomie ist hier ganz falsch, denn das klingt nach rationaler Politik. Aber: Schulden stellen ein wesentliches Moment unserer Volkswirtschaften dar und sind kein unmoralisches Verhalten. Griechenland reagiert zwangsweise auf seine „Gesellschaft“ – und das ist die Staatengemeinschaft, die sich durch Regeln, Macht- und Austauschverhältnisse strukturiert. In dieser herrschen einzelne Gruppen mit ihren Institutionen über andere Gruppen – seien dies die eigenen Unterschichten, oder andere Staaten, die in der internationalen Arbeitsteilung über ein niedrigeres Level der technischen Entwicklung verfügen. (more…)
Archive for the ‘Handel- und Wirtschaft’ Category
Konstruktionsfehler der Eurozone
Thursday, February 25th, 2010Handels- und Klimakarawane von Genf nach Kopenhagen
Wednesday, December 2nd, 2009Was in den Straßencafés von Brüssel so alles verteilt wird …
Thursday, November 26th, 2009
Niemand weiß wie es geschah, aber irgendwie gelangte ein vertrauliches Dokument der EU-Kommission auf finsteren Wegen in die Hände der interessierten Brüsseler Öffentlichkeit. In diesem Dokument mit dem Titel „Eine Reform-Agenda für das globale Europa“ werden die bisherigen Debatten zwischen Parlament, Rat und Kommission zur Finanzrevision 2008/2009 zusammengefasst und es werden Vorschläge für die Reform des Haushaltes ab 2013 gemacht.
Von Lima nach Madrid: Hearing im Europaparlament
Wednesday, November 25th, 2009
Zeugen von Menschenrechtsverletzungen durch europäische transnationale Konzerne in Lateinamerika stellten am 18. November 2009 ihre Fälle im Europaparlament vor. In Vorbereitung auf das People’s Permanent Tribunal (TPP) auf dem alternativen EU-LAC-Gipfel am 14.-18. Mai 2010 in Madrid berichteten u.a. Fischer aus Brasilien, wie sie Umweltverschmutzungen verhindern wollen. In einer Bucht in der Nähe von Rio de Janeiro verstößt ein Stahlwerk der Firma Thyssen-Krupp gegen Umweltauflagen und beraubt die Fischer damit ihrer Lebensgrundlage. Die Situation ist angespannt: auf der einen Seite organisieren sich die Fischer, auf der anderen sprechen Sicherheitsleute des Stahlwerks Morddrohungen gegen die Fischer aus.
Die Märkte regulieren! Finanzkrise und Arbeitsmarkt
Tuesday, November 10th, 2009Roland Kulke/Brussels, 10 Nov. 2009 - “Regulate the Markets! A High Level Conference on the financial Crisis and its Repercussions on the Labour Market”, 9 November 2009, organisiert von der Österreichischen Arbeiter Kammer Büro Brüssel und der Österreichischer Gewerkschaftsbund Europabüro.
Die Europäische Kommission – Anlaufstelle eines gigantischen Lobbyisten-Gewerbes
Saturday, August 15th, 2009
Die liberale Theorie des Politischen Systems ähnelt der Vorstellung eines neoklassich gedachten Marktes: Wenn alle in ihrem Interesse handeln, so wird am Ende das Gemeinwohl gestärkt daraus hervor gehen. Natürlich müssen gemeinsame Regeln gelten, aber grundsätzlich sollten alle die Möglichkeit haben, nach Leibeskräften ihre eigenen Interessen zu vertreten. Das Europäische Parlament, vor allem aber die Europäische Kommission sind Anlaufstellen eines gigantischen Lobbyistengewerbes geworden. Nur noch in Washington kann man mehr LobbyistInnen treffen.
Die Mehrdimensionalität der Weltkrise und mögliche Alternativen
Tuesday, April 14th, 2009Von Francois Houtart, Belgien – Wir sehen uns heute mit einer mehrfachen Krise konfrontiert, deren Ursprünge und Auswirkungen ich gerne analysieren möchte. Darüber hinaus möchte ich aber den Blick auf eine Utopie lenken, auf die Frage: Wie könnten wir uns in der Lösung dieser Krise über die Parameter des Kapitalismus hinaus bewegen?
1. Die Dimensionen der Krise
Es handelt sich hier nicht nur um eine Finanzkrise, auch wenn dieser Aspekt aus naheliegenden Gründen die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Vielmehr sprechen wir auch von einer Wirtschaftskrise, die zu einer Weltwirtschaftsdepression mit allen dazu gehörenden sozialen Folgen führen könnte. Darüber hinaus erleben wir eine Lebensmittelkrise, eine Energiekrise und eine Klimakrise. Letztlich legt eine Analyse der allgemeinen Situation nahe, dass wir tatsächlich eine Krise der Zivilisation vor uns haben.

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