Archive for April, 2010

Die griechische Linke

Wednesday, April 21st, 2010

Julian Marioulas – Nach dem Ende der Junta, dem diktatorischen Militärregime, das 1967 mit einem Putsch an die Macht kam, stimmten die Griechen 1974 für die Abschaffung der Monarchie. Kostas Karamanlis, der bereits in den 50er und 60er Jahren mehrfach Ministerpräsident gewesen war, gelang mit seiner konservativen Partei Nea Dimokratia (ND) daraufhin der Wahlsieg. Er setzte seine Anstrengungen daran, Griechenland in die EG zu führen, und wurde 1977 wieder an die Spitze der Regierung gewählt.

Parallel erfolgte der Aufstieg der Panhellenischen Sozialistische Bewegung (PASOK), der es vier Jahre später gelang, mit 48% größte Partei zu werden und daraufhin für ein knappes Jahrzehnt die Regierung zu stellen. Die PASOK setzte weitreichende soziale Reformprojekte durch, auch wenn ihre Politik nie das Ausmaß erreichte, die Ministerpräsident Andreas Papandreou mit seiner Rhetorik vorgab.

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Die Widersprüche linker Regierungen in Lateinamerika angesichts der Zivilisationskrise

Wednesday, April 21st, 2010

Edgardo Lander/Venezuela, April 2010 – Die Zivilisationskrise und die Grenzen, an die der Planet geraten ist, erfordern radikale Alternativen zum Paradigma des Fortschritts und der Ausbeutung der Natur. Eine antikapitalistische Perspektive ist unerlässlich. Die kapitalistische Akkumulationslogik erzwingt eine ständige Expansion des Kapitals in neue Gefilde; der Prozess kapitalistischer Landnahme erfolgt durch die Aneignung neuer «Ressourcen»: Energieträger, Märkte und Arbeitskräfte. Dieses Modell grenzenlosen Wachstums ist mit menschlichem Leben auf diesem Planeten nicht länger vereinbar. Doch Antikapitalismus allein reicht nicht aus. Obwohl Kapitalismus das wirkmächtigste historische Beispiel für die Ausbeutung einer Gesellschaft, für ungehemmtes Wachstum und die Vernichtung der Lebensgrundlage darstellt, wirkt diese Logik über den Kapitalismus hinaus. Das sowjetische Beispiel hat gezeigt, dass auch eine Gesellschaft ohne Privateigentum entwicklungszentriert, produktivistisch und räuberisch sein kann.

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Linke Regierungen?

Wednesday, April 14th, 2010

Von Cornelia Hildebrandt und Meinhard-Meuche-Mäker – Die Frage linker Regierungsbeteiligungen ist nicht nur in Deutschland von zentraler Bedeutung. Angesichts der Erfahrungen  in Norwegen, Frankreich, Spanien oder Italien bzw. Lateinamerika oder Asien und Afrika stellt sich die Frage, unter welchen Bedingungen linkes Regieren erfolgreich sein kann und was die Maßstäbe des Erfolges sind.

Fünf Einwände, so Michael Brie, werden gegen Regierungsbeteiligungen formuliert: erstens, der Kapitalismus könne nicht wesentlich verändert werden, zweitens, nur eine Revolution könne die Probleme lösen, drittens der heutige Staat sei ausschließlich Machtinstrument der herrschenden Klasse, man könne sich daran nicht beteiligen, viertes schwäche die Regierungsbeteiligung zwangläufig die Linken. Fünftens wird durch linke Regierungsbeteiligung die Fortsetzung rechter Politik ermöglicht. Verändern erkämpfte Errungenschaften wie der Sozialstaat wesentliche Seiten des Kapitalismus und schaffen Bedingungen seiner Zurückdrängung und Überwindung oder sind diese zwangsläufig nur systemimmanente Reformen, die letztlich einem sozialistischen Ziel sogar schaden? Und können solche Reformen den Herrschenden nicht besser aus der Opposition abgenötigt werden? Müssen die Linken auf den Bruch zielen oder müssen sie ihre Strategie und Programmatik auf die Zurückdrängung der Profitdominanz des Kapitalismus konzentrieren.

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